| Thomas Schnurr pulverisiert seine Bestzeiten - Der Himmel als Grenze |
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| Geschrieben von: Christian Dürr | |||
| Dienstag, den 13. Juli 2010 um 22:27 Uhr | |||
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Einer der Kleinsten wurde bei den Bayerischen Jugend-Meisterschaften der Leichtathleten in Hof zu einem ganz Großen. In nicht einmal 24 Stunden holte sich der Lohrer Thomas Schnurr (LG Karlstadt-Gambach-Lohr) nicht nur eine Gold- und eine Silbermedaille, sondern lief in die erweiterte deutsche Spitze. Seine erst vor wenigen Wochen aufgestellten Bestzeiten über 100m und 200m konnte er dabei noch einmal deutlich steigern.
"Ich hatte schon einiges erwartet, aber das es so gut werden würde, definitiv nicht!", zeigte sich Jonas Wahler, Schnurrs Trainer bei der LG, fast ein bisschen sprachlos. Doch der Reihe nach. Über 100m war der 16-Jährige mit der fünftbesten Meldezeit angereist und schon im Vorlauf, den er nach 60m im stile eines Topsprinters austrudeln ließ, deutete er an, dass er im Städtischen stadion in Hof noch einiges vorhatte. 11,27 sek standen auf der Anzeige, Schnurr gewann seinen Vorlauf souverän, im Zwischenlauf kam es aber dann schon zume rsten Duell mit dem Topfavoriten Alexander Niedermayr aus Gräfelfing. Schnurr lief in 11,19 sek neue Bestzeit, blieb aber deutlich hinter seinem oberbayerischen Konkurrenten, der den Lauf in 11,05 sek gewann. Im Finale sollte es aber ein Wiedersehen geben.
Als Viertbester zog Schnurr in den Endlauf ein. "Ich wusste, dass ich nur locker bleiben musste um noch weiter vorne zu landen", blickte er noch einmal zurück. Gesagt, getan, nach tollem Start blieb der Sendelbacher 90m lang in Führung, ehe Niedermayr an ihm vorbeizog. Im Ziel jubelte sein Trainer schon über Platz Zwei und eine starke Zeit, doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Stromausfall, keine Zeitmessung und nicht einmal ein Zielphoto. Der Lauf musste also wiederholt werden. Der Frust, noch einmal laufen zu müssen wich schnell, jetzt wollte Schnurr es noch besser machen. Und dies gelang. Der 16-Jährige erwischte den besten Start seines Lebens und dominierte das Rennen bis ins Ziel. In 11,04 sek gewann Schnurr deutlich vor Niedermayr (11,13sek). Die Sensation war perfekt, auch wenn es bei den Gräfelfinger Betreuern einigen Unmut über das wiederholte Finale gab. Bei der Siegerehrung bewies Schnurr, der kleinste aller acht Teilnehmer des Finales, wahre Größe. Er holte den Zweitplatzierten zu sich auf das Podest mit der Nummer Eins!
Tags darauf stand das 200m-Rennen auf dem Programm und auch hier überzeugte der frisch gebackene Realschul-Absolvent. Schon im Vorlauf traf Schnurr auf seinen Dauerkonkurrenten Niedermayr, der von der Bestzeit aber 9 Zehntel schneller gemeldet war als der Lohrer. Hauchdünn gewann der Zweitplatzierte über 100m in 22,72 sek vor dem Bestzeit laufenden Schnurr in 22,73 Sekunden. Das Finale versprach also Spannung, die drei Ersten lagen innerhalb von nur zwei Hundertstel, für schnurr ging es als Drittbester aller Vorläufe also erneut um eine Medaille. Und die glänzte am Ende silbern. Zwar konnte er Niedermayr kein zweites Mal ein Bein stellen, der Gräfelfinger gewann in 22,27 sek, Schnurr steigerte sich aber auf ganz starke 22,35 sek. "Dass ich nicht gewonnen habe, ist überhaupt nicht schlimm. Die neue Bestzeit und Platz Zwei ist völlig ausreichend!", jubelte er im Ziel. Wie toll der 16-Jährige gelaufen war, zeigt ein Blick in die Statistik: Weder Michael Fischer noch Christian Rasp, seine beiden Trainingspartner, die jetzt zu den besten Junioren-Sprinter in Deutschland zählen, waren in diesem Alter so schnell wie Schnurr in Hof.
Viel Zeit zum ausruhen bleibt aber nicht! "Wir werden jetzt noch mal richtig gut trainieren, damit Thomas bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften wieder in Top-Form ist!", skizziert Trainer Wahler die nächsten Wochen. Seit mittlerweile knapp vier Jahren trainiert er den Sendelbacher, feierte mit ihm schon etliche Erfolge, doch das Wochenende in Hof stellte alles zuvor Gewesene in den Schatten. "Ich warte jedes Jahr darauf, dass seine Leistungen mal stagnieren, das gehört einfach dazu, aber Thomas setzt immer wieder einen drauf, anscheinend ist für ihn der Himmel die Grenze!" übertreibt Wahler mit einem Lachen. Und sein Schützling? Der hat sich für die nationalen Titelkämpfe, die vom 6. bis 8. August in Ulm stattfinden, schon etwas ganz besonderes vorgenommen: "Da laufe ich das erste Mal unter 11 Sekunden!"
Quelle: Lohrer Echo
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| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 14. Juli 2010 um 16:14 Uhr |



